Anti-Diskriminierungs-Workshop

MTLA-Antidiskriminierungsworkshop Lette Verein Berlin

Die Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung zu Medizinisch Technischen AssistentInnen aus dem sechsten und vierten Semster haben jetzt an einem Workshop zum Thema „Diskriminierung im Berufsalltag“ teilgenommen. Die ca. 30 TeilnehmerInnen beschäftigten sich mit den Fragen der gesetzlichen Vorgaben „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“ und diskutierten verschiedene Fallbeispiele. Geleitet wurde der Kurs von DEVI e.V. – Verein für Demokratie und Vielfalt – gegen Islamfeindlichkeit und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der beruflichen Bildung . Dieses Angebot gehört zu einem der zahlreichen Zusatzangebote in der Ausbildung im Lette Verein Berlin.

 

Grafikdesigner*innen erstellen Marketingkonzept für Bayerischen Platz

Der Verein »Quartier Bayerischer Platz e.V.« arbeitet an einem praxisnahen Marketingkonzept, das neben klassischer Printwerbung, der Erstellung einer Online-Plattform auch weitere gemeinsame Werbeaktionen beinhalten wird. Das Motto der Kampagne und ihre grafische Gestaltung wird gemeinsam mit der Abschlussklasse Grafikdesign des Lette Verein Berlin erarbeitet. »Wir freuen uns sehr auf die Kooperation und sind überzeugt, dass wir eine frische, ideenreiche Kampagne entwickeln werden, die zur Geschichte des Bayerischen Viertels und den ansässigen Geschäften passt«, betont Bodo Thörner, Vereinsvorstand. Es ist geplant, die Marketingkampagne im Spätsommer 2017 zu starten.

Foto vom U-Bahnhof bayerischerplatz von Dirk Ingo Franke
U-Bahnhof Bayerischer Platz Berlin

Kuratorium verabschiedet sich

Auf Wiedersehen und vielen Dank! Nach fünf Jahren haben sich heute die Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung Lette-Verein verabschiedet. Die Mitglieder des neuen Kuratoriums werden im Frühjahr 2017 vom Berliner Abgeordnetenhaus benannt.

Kuratorium der Stiftung Lette Verein

 

 

 

 

 

 

V.l: Joachim Luchterhand, CDU, Ellen Haußdörfer, SPD, Andreas Kugler, SPD, Stefan Schlede, CDU, Karlheinz Nolte, SPD, Alexander Spies, Piraten, Vorsitzender: Thomas Duveneck, Leiter der Abt.II bei Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Clara Herrmann, B 90/Die Grünen, Hildegard Bentele , CDU, Stefanie Remlinger, B90/Die Grünen, Notker Schweikhardt, B90/Die Grünen

Das Beste

Dominic Sefrin - Metallograph im Lette Verein Berlin, Foto: Silke Spiegel
Dominic Sefrin – Metallograph im Lette Verein Berlin, Foto: Silke Spiegel

Hallo, ich bin Dominic Sefrin. Seit Herbst 2015 bin ich in der großen Welt der Werkstoffe unterwegs. Um genau zu sein: Metalle, Porzellane und Verbundwerkstoffe wohnen auch in dieser Welt. Dass ich da nun meine berufliche Bestimmung gefunden habe, habe ich einem glücklichen Umstand zu verdanken. Eigentlich wollte ich meine Ausbildung zum Fotografen im Lette Verein absolvieren. Die Hürde, die ich dazu nehmen musste – die Aufnahmeprüfung – habe ich knapp verpasst. Mein Talent für künstlerisches Arbeiten hat wohl nicht für diese Ausbildung ausgereicht. Vor dieser Prüfung bin ich am Infotag des Lette Vereins auf die Ausbildung zum Technischen Assistenten für Metallographie und Werkstoffanalyse gestoßen. Und die hat ‘ne ganze Menge mit dem zu tun, was ein Fotograf können muss: Sehen können. Und  natürlich Fotografieren. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des Berufes. Da ich einerseits weiß, wie schwer es ist, als Fotograf bei der großen Konkurrenz zu bestehen und andererseits erfahren habe, dass man als Metallograph einen sicheren und sehr gut bezahlten Job hat, habe ich mich für die zukunftsweisendere Ausbildung für mich entschieden. In einem persönlichen Gespräch konnte ich offensichtlich mit meinem naturwissenschaftlichen Verständnis überzeugen.

Dominic Sefrin - Metallograph im Lette Verein Berlin, Foto: Silke Spiegel
Dominic Sefrin – Metallograph im Lette Verein Berlin, Foto: Silke Spiegel

Es macht Spaß! In der Ausbildung lernen wir in den verschiedenen Modulen, die unterschiedlichsten Hilfsmittel und Verfahren für die Untersuchung kennen. Ein sehr kraftvolles Hilfsmittel zum Beispiel, ist das Rasterelektronenmikroskop. Anders, als mit einem Lichtmikroskop, wird das Bild hier  über Elektronen und digitale Messtechnik erzeugt. Es lassen sich so sehr beeindruckende Vergrößerungen machen: Bis zu 500.000:1. Das ermöglicht dem Betrachter einen Einblick in eine gigantisch mikroskopische Welt einer jeden Materie, die man dann auch gleichzeitig noch fotografieren kann. Dieses Mikroskop ermöglicht uns als zukünftige Metallographinnen und Metallographen, eine sehr detaillierte und aufschlussreiche Analyse von Materialien zu erstellen.

Überzeugen Sie sich davon, dass ich Ihnen nichts, als die Wahrheit erzählt habe und kommen zum nächsten Infotag am 10. März 2017 von 12-18 Uhr in den Lette Verein Berlin. Ich bin auch da. Versprochen.

150 Jahre Lette Verein – Das Fest

Regierender Bürgermeister, Michael Müller
Regierender Bürgermeister, Michael Müller

„Wir haben im Lette Verein eine niedrige Abbrecherquote von rund 15 Prozent. Ich weiß von anderen Bereichen in der Industrie – da sind es locker mal 30 oder im Handwerk 40 Prozent. Das spricht offensichtlich für ein attraktives Angebot, das man hier vorfindet“, so der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller am 23. September beim Festakt zum 150. Jubiläum des Lette Vereins. Vor rund 400 geladenen Gästen und weiteren rund 300, die die Übertragung gegenüber des Festsaals verfolgten. Anwesend waren der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland sowie die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler. Müller betonte, dass der Lette Verein eine unverzichtbare Berliner Institution ist, die „Generationen von jungen Menschen eine solide Ausbildung und das Fundament für den persönlichen beruflichen Erfolg“ gelegt habe. „Zahlreiche Berliner Unternehmen verdanken dieser Bildungseinrichtung qualifizierten Nachwuchs.“ Den werde die wachsende Stadt Berlin auch in Zukunft brauchen.

Moderatorin, Lette-Grafikdesign-Absolventin 2016, Lydia Ballarin
Moderatorin, Lette-Grafikdesign-Absolventin 2016, Lydia Ballarin, Foto: Paul Magura

Moderiert wurde der Abend von Grafikdesign-Lette-Absolventin 2016, Lydia Ballarin. In den Kurz-Interviews mit den derzeitigen Schülerinnen und Schülern aus allen Ausbildungsbereichen, gab es ein Feuerwerk an positiven Statements.

Hier eine Auswahl:

150 Jahre Lette Verein
Foto: Daniel Schwarzer

Kira Peggau, Weiterbildung zur Betriebswirtin für Ernährung & Versorgung: „Wir sind durch die Modularisierung freier in der Entscheidung, wo wir unseren Ausbildungsschwerpunkt legen. Jeder kann individuell entscheiden.“

Eberhard Striegl, Weiterbildung zum Betriebswirt für Ernährung & Versorgung: „Das macht hier echt Spaß!“

Foto: Daniel Schwarzer
Foto: Daniel Schwarzer

Petra Donlic, Medizinisch-Technische Radiologieassistentin/MTRA: „Ein Medizinstudium ist für mich erstmal abgehakt, da ich hier einen tollen Beruf lerne,  der mir auch sehr viel Spaß macht.“
Joseph Cantzler, Medizinisch-Technischer Assistent für Labor/MTLA, hat sein Pharmazie-Studium abgebrochen und ist dann zum Lette Verein gegangen: „Die Akademisierung ist nichts für Jeden. Man sollte der Ausbildung eine Chance geben, ich bin sehr glücklich damit.“
Alexandra Jaeckel, Pharmazeutisch-Technische Assistentin/PTA: „Der Lette Verein ist quasi die Humboldt-Uni unter den Fachschulen.“

Ruben Bauer, Medieninformatik |Interaktive Animation, interessierte sich bei der Berufswahl auch für Grafikdesign: „Ich habe gehört, dass die Grafiker meist etwas verschlafen sind, da habe ich mir gedacht: lieber nicht. (lacht)“

Malte Rozmarynowicz , Technischer Assistent für chemische und biologische Laboratorien/CBTA: „Lette ist qualitativ einfach super. Man hat Lehrer, die wissen was sie tun und auch Leute aus der Forschung, die einem super Sachen beibringen.“

Aurora Romano, Fotografie-Absolventin 2015 und Lette-Design-Award-Gewinnerin  „Jetzt ist nichts mehr unmöglich. Ich träume und mache immer weiter!“

Festschrift zum 150. Abschlussarbeit von Dilan Perera. Foto: Paul Magura
Festschrift zum 150. Abschlussarbeit von Dilan Perera. Foto: Paul Magura

Dilan Perera, Grafikdesign: „Es war gar nicht so einfach, aber mit Hilfe von meinen Lehrern war es möglich, alle unterschiedlichen Bereiche des Lette Vereins in einem Buch unterzubringen.“

Foto: Paul Magura
Sascha Johrden mit seinem Gewinnerkleid. Erster Platz beim Leipziger Opernball: Couture-Abendkleid. Foto: Paul Magura

 

 

Sascha Johrden, Modedesign: „Es gibt nichts Schöneres, als nicht länger, als drei Stunden zu schlafen, um ’ne Hose fertig zu kriegen.“

 

 

 

 

 

 

Wir danken für die Unterstützung:

Algorithmus GMBH, Block Materialprüfung, Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung e.V., Dr. Arend Oetker, Innung des Kraftfahrgewerbes Berlin, Sicherheit Nord

Die Feier mit Feuerwerk: Fotos Paul Magura/Daniel Schwarzer

Sich siezende Eheleute

Von 1998-2001 wurde Juliane Sievert im Lette Verein Berlin zur staatlich geprüften Modedesignerin ausgebildet. Seitdem geht es für Sie auf der Erfolgskurve immer weiter nach Oben. Dank eines vom Berliner Senat geförderten und vom Lette Verein Berlin unterstützten Auslandsprogramms ist sie nun eine Quasi-Französin. In Lyon betreibt sie ihren Laden „Boutique XIX“ und ihr eigenes Label POLYLOOX.

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Wie bist Du zum Lette Verein Berlin gekommen?

Der Infotag hat mich angelockt. Da ich früh wusste, dass der Lette Verein Berlin sehr berufsnah ausbildet, gab es für mich nur diese Option. Ein weiterer Ausschlag war, dass die Ausbildung drei Jahre dauert und nicht fünf, wie an manch anderen Ausbildungseinrichtungen.

Was macht die Ausbildung im Lette Verein Berlin aus?

Sie ist sehr berufsnah und bodenständig. Ich möchte, dass die Sachen einen schönen Schnitt haben und aus einem angenehmen, schönen Material sind. Die Leute sollen sie auf der Straße tragen können. Und oft habe ich das Glück, dass ich jemanden mit meinen Sachen sehe. Das ist für mich immer sehr bereichernd.

Wie bist Du zu diesem Laden in der Lyoner Altstadt gekommen?

Ich habe nach der Ausbildung das Europäische Jahr gemacht. Davon waren zwei Monate Sprachtraining. Lyon war für mich ideal, weil es nicht so teuer war, wie Paris und ich war sehr an der Verarbeitung von Seide interessiert. Lyon ist DIE Seidenstadt. Ich habe dann im „Atelier de Soierie“ ein Praktikum gemacht. Dort lernte ich Siebdruck auf Seide und das Bemalen von Pannesamt mit der Hand.

Das war Dir dann irgendwann nicht mehr genug.

Irgendwann hat es mich gedrängt, selbst Bekleidung zu machen. Dann bin ich eines Tages an meinem heutigen Laden vorbei spaziert und habe gefragt, ob ich hier ein Praktikum machen könnte. Zeitgleich wurde in dem Laden eine Verkäuferin gesucht. Das habe ich dann zehn Jahre lang gemacht. Hauptsächlich habe ich die Maßanfertigungen und Erstmodelle genäht und mich gleichzeitig um die Kundschaft gekümmert. Irgendwann bekam der Chef gesundheitliche Probleme. So habe ich eineinhalb Jahre lang für ihn den Zuschnitt gemacht und dann hat er mich gefragt, ob ich den Laden gern übernehmen möchte.

Du hast sofort „Ja“ gesagt.

Wenn man in Frankreich einen Laden übernimmt, zahlt man eine hohe Ablöse. Da bewegt man sich im fünfstelligen Bereich. So konnte ich den Mietvertrag übernehmen, wie er ist. Und das ist mein Glück: Der Laden existiert seit 32 Jahren und ich konnte die Kunden mit übernehmen. Diese sind übrigens sehr treu und speziell: in Lyon wird gern und groß geheiratet. Da lassen sich ganze Gesellschaften ausstatten. Das ist hier sehr anders, als in Berlin: manche Eheleute siezen sich noch ganz vornehm.

Wie macht man das mit so einem Vertrag?

Da muss man mit einem Businessplan zur Bank gehen. Die Bank fand meine Ideen gut und so konnte ich 2012 den Laden übernehmen. Die Formalitäten sind nicht so kompliziert. Man bekommt von allen offiziellen Stellen verständliche und gute Unterstützung. Nebenbei habe ich noch mein Minilabel POLYLOOX. Gegenüber meinem Laden ist die Bibliothek der Modeuniversität und auch das Stoffmuseum. Ich konnte dort im Uniladen meine eigenen Sachen und später auch noch in Nizza, Toulouse und Berlin verkaufen. Auch hier in dem Laden, da sie ganz gut zu dem „XIX-Look“ passen.

Wie läuft der Laden?

Wenn ich nicht die Bank bezahlen müsste, könnte ich mir ein Gehalt zahlen, aber das ist auch bald erledigt. Immerhin kann ich mir eine Angestellte leisten.

Geeignete Mitarbeiter in Frankreich finden. Wie schwer ist das?

In Frankreich ist eine klassische Berufsausbildung im Modebereich nur zwei Jahre lang. Da mangelt es dann an Fachkompetenz, wie man etwas zusammennäht. In Frankreich wird Wert darauf gelegt, dass man weiß, wie man einen Fertigungsplan erstellt. Das führt dazu, dass wenn die fertigen Modedesigner ein zugeschnittenes Teil in die Hand gedrückt bekommen, sie nicht wissen, wie sie damit umgehen müssen. Sie benötigen die Anleitung dazu.Ist doch ganz einfach: Man näht von oben nach unten, erst die kleinen Teile und dann das Große. Schneidern und Nähen sind logische, ineinander greifende Handlungen. Das lernt man unter anderem im Lette Verein!

Wie lebt es sich als gebürtige Berlinerin in Lyon?

Das Leben ist hier etwa ein Drittel teurer, als in Berlin, aber auf jeden Fall billiger, als in Paris. Was Freundschaften betrifft, dauert es seine Zeit. Lyoner sind sehr verschlossen. Ich bin jetzt seit knapp 14 Jahren in Lyon und habe hier meinen Freund, mein Kind und meine Freunde. Ich fühle mich hier sehr wohl.