Die Fotografie ist das herausragende Leitmedium im 21. Jahrhundert und ist heute zugleich dokumentarisches Werkzeug, Kommunikationsmittel und künstlerische Praxis. Sie prägt öffentliche Wahrnehmung, erzeugt Wissen und formt kulturelle Narrative. In einer Bildkultur, in der fotografische Aufnahmen neben algorithmisch erzeugten und KI-basierten Bildern stehen, erweitert sich das Medium zu einem hybriden Feld zwischen Beobachtung, Konstruktion und Simulation. Fragen nach Evidenz, Kontext, Autorschaft und Verantwortung werden damit zu zentralen Bestandteilen fotografischer Arbeit. Das Spektrum reicht von Alltagskommunikation, wissenschaftlicher Dokumentation und visueller Forschung über editoriale und kommerzielle Anwendungen bis hin zu freien künstlerischen Positionen. Fotografie wird dabei nicht nur als Technik verstanden, sondern als Methode der Untersuchung: Bilder können beschreiben, analysieren, interpretieren und Stellung beziehen.
Das Bewerbungsverfahren für den Ausbildungsbeginn im Sommer 2026 beginnt im Frühjahr 2026.
Die Hausaufgabe für die Bewerbung 2026 wird an dieser Stelle am 04. März 2026 veröffentlicht. Einsendeschluss wird der 15. April 2026 24:00 Uhr sein. Die Bewerbung mit allen notwendigen Unterlagen und den Hausaufgaben wird über diesen Link eingereicht.
Hausaufgabe 2026
Voraussetzungen
- Du hast mindestens den mittleren Schulabschluss – MSA.
- Du hast die formalen Bewerbungsunterlagen fristgerecht eingereicht.
- Du hast eine Mappe mit freien Arbeiten und den Hausaufgaben angefertigt.
Schulgeld: 95 Euro monatlich
Die Ausbildung wird mit der Bezeichnung “Staatlich geprüfte/r Fotodesigner/in” abgeschlossen.
Wir empfehlen vor Beginn der Ausbildung ein dreimonatiges Praktikum im Bereich Fotografie. Zum Beispiel bei einer Fotograf*in, in einem Fotostudio, einer Design- oder Werbeagentur, einer Bildredaktion, einer Bildagentur oder einer Galerie. Wenn Du Deinen Schulabschluss nicht in Deutschland erlangt hast, brauchen wir eine Bescheinigung über die Gleichwertigkeit Deines Abschlusses zum Mittleren Schulabschluss (MSA). Bitte wende Dich für die Beurteilung und Anerkennung der Gleichwertigkeit an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Wenn Du aus Nicht-EU-Ländern kommen, benötigen wir von Dir einen Nachweis über eine gültige Aufenthaltserlaubnis.
Welche weitere Kosten kommen auf Dich zu?
- Ein eigenes digitales Spiegelreflex- oder Systemkamera-System mit Wechselobjektiven, mit Vollformat- /Kleinbildsensor, mit einer Auflösung ab 20 Megapixeln muss man sich spätestens bis zum Beginn des 3. Semesters anschaffen. Im ersten und zweiten Semester erhält man für die Realisierung der Aufgabenstellungen leihweise digitales Kleinbild/Vollformat-Kameraequipment von der Schule kostenlos gestellt. Es stehen Dir kostenlose Softwarepakete von Adobe Cloud und MS Office zur Verfügung.
- Die Kosten für Verbrauchsmaterial, wie Speicherkarten, Filme, Fotopapier, Ausdrucke/Prints, Requisiten etc. und weitere notwendige Anschaffungen, richten sich nach dem persönlichen Bedarf des Einzelnen, liegen erfahrungsgemäß bei 500 bis 1.000 € pro Schuljahr, zusätzlich bei 500 bis 1.500 € für die Abschlussarbeit. Es können individuelle Reisekosten für die Realisierung fotografischer Projekte hinzukommen.
- Die Anschaffung eines mobilen Computers/Laptops spätestens zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres wird dringend empfohlen. Kosten: ca. 1.200 bis 2.000 €.
- Im zweiten Semester findet eine Studienfahrt statt. Die Kosten hierfür liegen bei 400 €. Im vierten Semester findet in der Regel ein 14-tägiger Erasmus Auslandsaufenthalt in Frankreich oder Italien statt. Bei dem von GoEurope finanziell geförderten Erasmus Aufenthalt können zusätzliche Kosten entstehen. Zu Beginn des 3. Ausbildungsjahres findet eine Studienfahrt statt. Die Kosten hierfür liegen in der Regel bei 600 €.
Kann man sich vom Schulgeld befreien lassen?
Ja. Weitere Informationen gibt es hier.
Was gehört zu den vollständigen Bewerbungsunterlagen?
- ein Motivationsschreiben
- ein tabellarischer Kurzlebenslauf
- Deine Bewerbungsmappe
- Die Bewerbungsmappe besteht aus fünf Aufgabenstellungen und einer freien fotografischen Serie. Bei den Aufgaben handelt es sich um vier Themenstellungen in den Bereichen Essay, Objekt, Porträt, Raum und einer freien fotografischen Serie zu einem vorgegebenen Thema, die in unterschiedlichem Umfang (drei bis sieben Fotografien) fotografisch umgesetzt werden müssen.
- Die Bewerbungsmappe muss in PDF-Form auf unserer Website hochgeladen werden. (Link zum Uploadfenster)
Wir nehmen keine analogen Bewerbungen entgegen.
Hier die Formulare zum Download:
Wie wirst Du von uns ausgewählt?
Eine Prüfungskommission prüft Deine besondere kreativ-gestalterische Eignung für den Beruf Fotodesignerin und -designer, da dies die Voraussetzung für die erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung ist.
Die Kriterien für die Beurteilung Deiner besonderen Eignung sind:
- Deine Fähigkeit zur Abstraktion und Visualisierung
- Deine Kreativität
- Dein gestalterisches Talent
- Deine Kritikfähigkeit
- ein überdurchschnittliches Interesse für das Berufsfeld Fotodesign
- ein Interesse an Kultur
- eine sehr gute Allgemeinbildung
- Deine Praxiserfahrungen: (z.B. Praktika, Assistenz) sind von Vorteil.
Wer wird ausgewählt?
Insgesamt werden bis zu 28 Ausbildungsplätze pro Schuljahr vergeben. Die Aufnahme erfolgt in der Reihenfolge der Prüfungsergebnisse der Mappe und des Bewerbungsgespräches. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht auf einzelne Nachfragen zu den Ergebnissen und der finalen Auswahl eingehen können.
Wie kannst Du Dich auf die Mappe und die Aufnahmeprüfung vorbereiten?
Vorbereitende Mappenkurse für die Fachbereiche Foto, Grafik, und Mode bietet die Lette-Akademie an. Die Kurse beginnen im September.
Eine Teilnahme an den Mappenvorbereitungskursen der Lette-Akademie ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Aufnahmeprüfung und garantiert nicht das Bestehen der Aufnahmeprüfung.
Wir bieten ebenfalls Mappenberatungen an. Der nächste Termin findet im Rahmen des Infotages am Samstag, 07. März 2026, von 10:00 bis 13:00 Uhr statt.
Weitere Informationen:
Abteilungsleiter Fotografie, Frank Schumacher
Ferienregelung
Im Lette Verein gilt die Ferienregelung des Landes Berlin, also angelehnt an die üblichen Schulferien. Die Ausbildung beginnt jeweils nach den Berliner Sommerferien.
Sekretariat:
Raum A 118
Tel: 030 – 21994-111 oder Email: sekretariat@letteverein.berlin
Deine Stärken und Interessen sollten in folgenden Bereichen liegen:
Für die Ausbildung im Bereich Fotografie sind Interesse für die visuelle Umsetzung von Erfahrungen und Ideen, Spaß am Erlernen der fotografischen Aufnahme- und Bearbeitungstechniken in den diversen Sujets der Fotografie, Interesse an der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Kulturgut Fotografie, sowie kommunikative Fähigkeiten wichtig. Kreativität, Selbstständigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit sind Voraussetzungen.
Folgende Fragen sollten Dich ganz persönlich beschäftigen:
- Wie kann ich mit fotografischen Bildern Geschichten erzählen?
- Wie kann ich mich selbstständig in kreative Kommunikationsprozesse einbringen?
- Wie kann ich meine Umwelt unter bewussten konzeptionellen und ästhetischen Kriterien mit gestalten?
- Warum möchte ich visuelle Ausdrucksmöglichkeiten experimentell erforschen
Wie sind die Berufsaussichten?
Sie sind nach wie vor gut. Du wirst in der Regel nach Deiner Ausbildung selbstständig und freiberuflich als Fotodesignerin und Fotodesigner für Verlage, Werbeagenturen und Direktkunden tätig sein. Erfahrungsgemäß sind unsere Absolventinnen und Absolventen ebenso erfolgreich als feste, wie als freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Artbuying, Bildredaktion, Artdirektion, digitale Postproduktion und Fotoproduktion.
Wie viel verdient man nach der Ausbildung?
Die Gehälter sind sehr stark davon abhängig, wie man sich als Fotograf:in auf dem Markt etabliert. Im Jahresmittel wird es monatlich zwischen 2.000 Euro und nach oben offen liegen. Bei unseren erfolgreichsten Absolventen wie Martin Schoeller in New York oder Thomas Lohr in Paris gehen die Einkommen vermutlich in einen fünfstelligen Bereich. Das sind aber die großen Ausnahmen. Realistisch bewegt es sich zwischen 2.000 und 5.000 Euro brutto. Davon sind bei einer Selbstständigkeit die Kosten für Sozialversicherungsbeiträge und Krankenversicherung abzuziehen.
Absolvent:innen, die in Richtung Bildredaktion, Postproduktion gehen, können bei einem Vollzeitjob von Gehältern in Anstellung von 2.000 bis 3.000 Euro brutto ausgehen.
Die Ausbildung vermittelt im:
ersten Jahr eine gestalterische und technische Grundausbildung. Im ersten Semester werden alle praktischen Fotografie Projekte in den Modulen Essay, Mensch, Objekt, Raum und Künstlerische Grundlagen Fotografie digital fotografiert. Im zweiten Semester werden die Projekte in o.g. Modulen mit analogen Mitteln und der Gr0ßformatkamera realisiert. Hinzu kommt das Modul Bildmedien – Konzeption und Entwurf, in dem ein freies fotografisches Projekt konzipiert, realisiert und ausgestellt wird. Am Ende des zweiten Semesters werden die praktischen Ergebnisse in Form eines Portfolios präsentiert. Film ergänzt die fotografischen Module und vermittelt die Grundlagen des Bewegtbildes.
zweiten Jahr eine vielseitige Fachausbildung. Ab dem dritten Semester kann ein Schwerpunkt in einem fotografischen Bereich gelegt werden, d.h. es kann eine Spezialisierung in einem der Bereiche Essay, Mensch, Objekt, Raum oder Bildmedien stattfinden. Es kann aus einem vielfältigen Angebot an Modulen ausgewählt werden. Neben einem fotografischen Schwerpunkt kann man sich aber auch für eine Vertiefung in Richtung Film oder Postproduktion Fotografie entscheiden.
dritten Jahr die Entwicklung und Professionalisierung der persönlichen Bildsprache. Im fünften und sechsten Semester wird die Abschlussarbeit entwickelt und realisiert. Den Abschluss findet die Ausbildung in einer selbst konzipierten und organisierten Ausstellung in einer jährlich wechselnden Location in Berlin.
Die Ausbildung fördert die Auseinandersetzung mit kulturellen und sozialen Sachverhalten und Ausdrucksformen, befähigt zum Finden eigenständiger visueller Umsetzungen, vermittelt handwerklich-technische Kenntnisse und Fertigkeiten und fördert, vor allem in der Projektarbeit, Methodenwissen, soziale Kompetenz, konzeptionelles Denken, selbständiges Planen und Vorgehen im Designprozess.
Welche theoretischen und praktischen Module gibt es?
- Fotografie-, Kunst- und Mediengeschichte
- Bildgestaltung
- Visuelle Kultur
- Wirtschafts- und Sozialkunde
- Fachenglisch
- Kommunikationsdesign
- Bildredaktion
- Künstlerische Grundlagen Fotografie
- Bildmedien Konzeption und Entwurf
- Fotografieprojekte Raum (Landschaft / Architektur / Stadtraum)
- Fotografieprojekte Mensch (Porträt / Mode)
- Fotografieprojekte Objekt
- Fotografieprojekte Essay
- Medientechnik
- Film
- Postproduktion Fotografie
36 Unterrichtsstunden pro Woche
Am Beginn jeder fotografischen Arbeit steht die intensive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, kulturellen und individuellen Fragestellungen. Fotografie verstehen wir nicht als bloße Abbildung, sondern als bewusste Positionierung: Wer fotografiert, bezieht Stellung. Aus der fundierten inhaltlichen Recherche und analytischen Durchdringung eines Themas entwickelt sich die visuelle Form. Bildgestaltung ist dabei niemals neutral – sie ist Interpretation, Kommentar und Haltung zugleich. Unsere Studierenden lernen, Inhalte eigenständig zu reflektieren und in eine präzise, überzeugende Bildsprache zu übersetzen. So entstehen Arbeiten, in denen Form und Inhalt eine untrennbare Einheit bilden.
Im Zentrum der Ausbildung steht die Entwicklung einer eigenständigen künstlerischen Persönlichkeit. Neben der Vermittlung gestalterischer Grundlagen fördern wir vor allem eine reflektierte Grundhaltung, die kritisches Denken, konzeptionelle Klarheit und gesellschaftliche Verantwortung einschließt. Die Studierenden werden ermutigt, Fragen zu stellen, Widerspruch zu formulieren und neue Perspektiven einzunehmen. In künstlerischen Projekten und angewandten Kontexten erproben sie die Balance zwischen experimenteller Forschung und professioneller Auftragsarbeit. Ziel ist es, eine individuelle fotografische Handschrift zu entwickeln, die sowohl ästhetisch überzeugt als auch inhaltlich präzise argumentiert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem konzeptionellen Arbeiten. Von der ersten Idee über Recherche, Dramaturgie und visuelle Strategie bis hin zur finalen Präsentation werden Projekte systematisch entwickelt und kritisch begleitet. Klarheit im Denken führt zu Klarheit im Bild: Die Studierenden lernen, komplexe Inhalte zu strukturieren, visuelle Konzepte schlüssig zu formulieren und ihre Arbeit im Diskurs zu vertreten.
Gleichzeitig bildet ein solides fotografisches Handwerk die Grundlage der Ausbildung. Technische Kompetenz, Lichtführung, Bildkomposition, digitale und analoge Prozesse sowie mediale Produktionsabläufe werden fundiert vermittelt und kontinuierlich vertieft. Technik verstehen wir nicht als Selbstzweck, sondern als präzises Instrument zur Umsetzung künstlerischer und kommunikativer Ideen. Der reflektierte Umgang mit digitalen Medien, Bildbearbeitung und aktuellen Technologien ist dabei ebenso wichtig wie das Bewusstsein für deren gesellschaftliche Wirkung.
So verbindet die Ausbildung Fotografie künstlerische Forschung, konzeptionelle Strenge, gesellschaftliche Relevanz und handwerkliche Exzellenz. Unsere Absolventinnen und Absolventen sind Autorinnen und Autoren ihrer Bilder – verantwortungsbewusste Gestalterinnen und Gestalter einer visuellen Kultur, die unsere Gegenwart prägt und hinterfragt.
Noch Fragen?
Abteilungsleiter Frank Schumacher hilft Dir gern weiter.
Die erste fotografische Ausbildungsinstitution in Deutschland wurde 1890 im Lette Verein Berlin gegründet. In den über 125 Jahren ihres Bestehens hat sich die schulische Ausbildung immer an den technischen Innovationen bildgebender Medien und den Entwicklungen der Designprozesse in den unterschiedlichen fotografischen Berufsfeldern orientiert und diese mitgestaltet.

Unsere technische Ausstattung:
- 7 Fotostudios mit Studioblitzanlagen Profoto und Hensel, davon 1 Hohlkehlenstudio und 4 Tageslichtstudios, sowie Filmlicht mit Kinoflo und Arri
- 1 Grundlagen Fotostudio mit 6 Arbeitsplätzen
- Fuji GFX Mittelformatsysteme
- Phase One Mittelformatsysteme
- Sinar Fachkamerasysteme 4/5 mit Wechselobjektiven für alle fotografischen Anwendungen
- Nikon D750 und D850 Kleinbildsysteme
- Digitallabor für Postproduktion Fotografie mit Apple Computern, Adobe Creative Cloud, Capture One
- Digitalisierungslabor mit Hasselblad 4/5 Scannern
- Drucklabor mit u.a. Canon ImagePrograf Großformatdrucker
- Labore für S/W Negativ- und Positiventwicklung, Color Negativ- und Positiventwicklung
- Digitalfilmequipment mit Blackmagicsystemen
- Digitallabor für Postproduktion digitaler Film und 3D-Rendering mit Apple Computer
Das sind unsere Kooperationspartner:
- Calumet Photographic Berlin
- Delight Rental Service DRS Berlin
- Foto Impex Berlin
- Foto Meyer Berlin
- Nikon GmbH Düsseldorf
- Pixel Grain Labor Berlin
Abteilungsleitung: Frank Schumacher,
f.schumacher@letteverein.berlin, Tel: 030-21994-600
Sekretariat: 030 – 21994-111
