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Auszeichnung für »Sehr gute biologische berufliche Bildung«

Gabriele Otto, Abteilungsleiterin Chemie-Biologie
Gabriele Otto, Abteilungsleiterin Chemie-Biologie

Der Ausbildungsgang für Technische Assistentinnen und Assistenten für chemische und biologische Laboratorien (CBTA) im Lette Verein Berlin ist ausgezeichnet.

Er wird für die Durchführung einer „sehr guten biologischen​ Bildung“ mit dem Siegel B4.0 in Silber prämiert.  Eine Fachkommission vom VBTA e.V. | Verband Biologisch-technischer Assistenten und VBio | Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschlan  hat die Ausbildung in verschiedenen Kategorien begutachtet und bewertet. im Fokus standen dabei z.B. Unterrichtsinhalte, Größe der Laborpraxisgruppen, Laborausstattung und Kooperationen.

Der Berufsverband der Biologisch-technischen Assistenten hat erstmalig in diesem Jahr das Siegel B4.0 deutschlandweit an Ausbildungseinrichtungen vergeben, die vollschulische berufliche Assistentenausbildungen in den Bereichen Biologie, Biotechnologie und Life Science anbieten.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie ist vor allem eine Wertschätzung für unsere Abteilung mit allen Lehrkräften und Technischen Assistentinnen, die sich täglich für unsere Schülerinnen und Schüler engagieren. Sie zeigt aber auch die besondere Qualität unserer CBTAs, die als gut ausgebildete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt ihren weiteren Weg gehen werden“, so Abteilungsleiterin Gabriele Otto.

Zum Glück haben wir Glück | Lebensfreude als Unterricht

Seit Sommer 2019 unterrichtet der Leiter der sieben Schulen im Lette Verein Berlin, Norbert Forstmann, das Fach Glück. Dahinter steht eine bundesweite Initiative, die auf eine Idee von Dr. Ernst Fritz-Schubert zurückzuführen ist. Er hat das sogenannte Schulfach Glück erarbeitet und entwickelt. Unterrichtet wird das Fach nun erstmals im Ausbildungsgang Medieninformatik | Interaktive Animation. Was soll das?

 

 

Forstmann:
Die Idee und die Inhalte des bundesweiten Pilotprojekts Glück haben mich angesprochen, denn schon lange habe ich mich gefragt, wie wir als Lette Verein die Persönlichkeits­entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler über das bereits vorhandene Maß anregen und fördern können. Der Glücksunterricht stellt hierfür ein überzeugendes Konzept mit neuen Inhalten und Methoden zur Verfügung, wobei die einzelne Person in den Mittelpunkt gestellt wird.

Was ist der Vorteil?

Es ist gut zu wissen, was man braucht, wer man ist, was man kann und was man will. Unter dem Lernziel Wohlbefinden wird im Glücksunterricht daran gearbeitet, gesund und glücklich zu leben. Dabei werden Faktoren wie Autonomie, Sinn, positive Beziehungen, Selbstakzeptanz, Umweltbewältigung und persönliche Entwicklung berücksichtigt.
Große Überschrift: Mehr Lebensfreude, mehr Selbstbewusstsein.

Was ist im Unterricht anders?

Im Gegensatz zu den anderen Schulfächern sind im »Schulfach Glück« die Schülerinnen und Schüler für die Lerninhalte zuständig und nicht die Lehrkraft. Die Lehrkraft übernimmt die Verantwortung für den methodischen Rahmen und den Prozess, aber nicht für das Ergebnis. Die Schülerinnen und Schüler können selbst entscheiden, ob und in welcher Intensität sie sich auf die angebotenen Lerninhalte einlassen. Dabei wird keine Leistung eingefordert. „Ich bin o.k. Du bist o.k.“ ist dabei eine wichtige Grundhaltung der Lehrkraft.

Wie sieht der Unterricht aus?

Es findet kein Frontalunterricht statt. Die Schülerinnen und Schüler sitzen oft im Stuhlkreis oder bewegen sich im Raum. Der Unterricht wird mit einem spielerischen „Energizer“ eröffnet, um das Gruppengefühl zu stärken und die Konzentration ritualisiert auf das Fach Glück zu lenken. Die Reflexion der letzten Glücksstunde mithilfe eines Glückshefts und bisheriger Erfahrungen leiten zum neuen Thema hin. Es folgt ein passendes Lernarrangement, welches den Schülerinnen und Schüler ein Angebot zur Selbsterfahrung macht. Das Lernarrangement wird durch eine anschließende Reflexion nachbereitet.

Heißt?

Zum Stundenabschluss und ggf. auch zu Hause beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den folgenden Fragen: 1. Was haben wir heute gemacht? Beschreibe die Übungen und Spiele mit eigenen Worten. 2. Wie hast du dich dabei gefühlt? Was hast du bei den anderen beobachtet? 3. Wie kann man das Gelernte im Alltag verwenden? Wofür könnte das nützlich sein?

Ein Beispiel bitte.

Eine der Übungen, die ich bereits eingesetzt habe, ist eine Art Toleranz- oder Ausdauerübung. Also: „Schauen Sie Ihrem Gegenüber eine Minute lang wohlwollend in die Augen.“ Da gibt es solche, die das gut können. Dann gibt es andere, die das ablehnen und sofort aussteigen. Hier greift dann das Prinzip der Freiwilligkeit als ein weiterer Grundsatz des Glücksunterrichts: Jede Schülerin bzw. jeder Schüler darf sich aus einer Übung rausnehmen, wenn er oder sie sich bei der Teilnahme nicht wohlfühlt. Stattdessen übernimmt diese Person eine Beobachtungsaufgabe und gibt der Gruppe in der Reflexionsphase eine Rückmeldung aus der Perspektive der externen Beobachtung. Auf diese Weise wird die soziale Wahrnehmung geschult. Gleichzeitig ist das dann auch ein wertvoller Beitrag zum Unterricht. So besteht die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler, die sich zuerst aufgrund ihrer persönlichen Befindlichkeit von den Übungen distanzierten und nur beobachteten, schon bald am Gemeinschaftserlebnis teilhaben möchten.

Was macht das mit den Schüler*innen?

Diese Situation ist aus meiner Sicht dafür geeignet, Selbstvertrauen und Selbstverantwortung zu entwickeln und so den Selbstwert zu stärken: Es ist in Ordnung, dass ich so bin, wie ich bin. Ich bin die Person, die so etwas jetzt NICHT möchte. Wenn man so will, lernt man hier Abgrenzung, Haltung und „Nein sagen“ ohne Rechtfertigungszwang und kann dadurch die Freiheit und die Verantwortung für sich selbst entdecken. Vertraue Deinem Empfinden und lasse es zu.

Was macht diesen Unterricht notwendig?

Um Schülerinnen und Schüler auf ihr späteres persönliches und berufliches Leben möglichst gut vorzubereiten, steht die Schule vor der Aufgabe, sie auch in ihrer Persönlichkeit, ihrer Lebens- und Sozialkompetenzen zu fördern. Insbesondere durch die Digitalisierung, die damit verbundene Individualisierung und Anonymisierung führt zu einem Mangel an derartiger Kompetenz. Mit dem Unterrichtsfach Glück wird das Ziel verfolgt, aus jungen Menschen zufriedene und selbstsichere Menschen zu machen, die auf der Grundlage des eigenen Wohlbefindens sich selbst, ihren Mitmenschen und der Gesellschaft gut tun.