Vom Charakter zur Installation in der Medieninformatik

Am Anfang stand eine Zeichenaufgabe: Im Mediengestaltungskurs des ersten Ausbildungsjahres haben die Medieninformatik-Schüler:innen eigene Charaktere entworfen – von der Idee über die Figur bis zur Hintergrundgeschichte. Was nach einer klassischen Design-Übung klingt, ist bei Alessandro Maggioni, der sowohl den Mediengestaltungskurs als auch das Fach Interaktive Animation & Vernetzung (IAV) unterrichtet, der erste Schritt eines längeren Prozesses.

Wie der zweite Schritt aussieht, zeigt das Projekt „Vergessene Helden“, das beim Infotag des Lette Vereins am 7. März 2026 zu sehen war: eine kollektive Ausstellung, die Charakterdesigns aus dem Mediengestaltungskurs mit den Werkzeugen aus IAV verbindet und sie interaktiv erlebbar macht. Schülerin Lina beschreibt in einem Video den Weg dorthin: vom Kennenlernen des Projekts über die Entwicklung der Figur und ihrer Hintergrundgeschichte bis zur ersten Animation – und schließlich, gemeinsam mit den Lehrkräften, zur fertigen Installation. Zu sehen waren am Ende auch aus Holz gelaserte Silhouetten der Figuren, also digitale Zeichnungen, die zu realen Objekten wurden.

Für die Umsetzung nutzt die Klasse vvvv gamma, eine in Berlin entwickelte Software, die non-commercial kostenlos nutzbar ist. Dasselbe Werkzeug verwendet auch Refik Anadol, einer der bekanntesten Medienkünstler weltweit – er beschreibt vvvv als „a thinking brush, an extension of imagination“. Maggioni selbst kennt die praktische Seite des Tools aus seinem eigenen Studio badaboom.berlin: Die Arbeiten „Fantastic Mobility“ und „Spiel mit Mir“ sind dauerhaft im Futurium Berlin beziehungsweise im Grassimuseum Leipzig zu sehen.

Die aktuellen Erstjahres-Schüler:innen der Medieninformatik haben mit dem Character Design also erst den Anfang gemacht: Im kommenden Ausbildungsjahr lernen sie in IAV, wie ihre Figuren mit denselben interaktiven Werkzeugen zum Leben erweckt werden können, die auch in „Vergessene Helden“ zum Einsatz kamen. Für Maggioni ist das mehr als ein technisches Werkzeugtraining: Ausbildung in der Medieninformatik bedeutet für ihn, die komplette Pipeline vom eigenen Konzept über die Präsentation bis zum fertigen Projekt zu durchlaufen – eine Vorbereitung, die Absolvent:innen direkt in Praktika bei Studios und Agenturen oder in die oft selbstständige Arbeit als Creative Coder führt.

Lust auf eine Ausbildung in der Medieninformatik? Hier informieren, welche Fächer neben Mediengestaltung und Interaktiver Animation & Vernetzung dazugehören und wie die Bewerbung abläuft.

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