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Digitalisierungsprojekt: »Berlin zeichnet Mode« – Modeschulen in Berlin

Sophie Hofmann betreut das Digitalisierungsprojekt für den Lette Verein Berlin

Im Archiv des Lette Vereins hat nun das Digitalisierungs- und Ausstellungsprojekt „Berlin zeichnet Mode – Modeschulen in Berlin“ begonnen. Ziel ist es, die Mode in ihrer Entwicklungsgeschichte anhand von Modezeichnungen und -illustrationen der Lehrenden und Lernenden ihrer Zeit darzustellen. Das Projekt wird von digis Berlin gefördert und läuft bis Dezember 2021. Projektpartnerinnen sind die HTW, die Stiftung Stadtmuseum, die Kostümbibliothek und der Lette Verein Berlin.

Die Modezeichnungen, die an den beteiligten Institutionen derzeit erschlossen werden, umfassen einen Zeitraum von über 100 Jahren. Sie wurden von Schülerinnen und Schülern während der Modeausbildung gefertigt. Unter den Zeichnungen sind auch solche von Gerd Hartung, der als wesentlicher Begründer des Westberliner Stils der Modezeichnung gilt. Er lernte in den 1930er Jahren an der Reimann-Schule und lehrte ab den frühen 1980er Jahren am Lette Verein. Seine frühen Zeichnungen sind im Besitz des Stadtmuseums. Im Lette Verein wiederum sind viele Beispiele für Zeichnungen aus den 1950er bis in die 2000er Jahre erhalten.

Das Kooperationsprojekt möchte einen Beitrag leisten, diesen in Berlin vorliegenden kulturellen Bestand mithilfe von Digitalisierung zu wahren und für zukünftige Generationen frei nutzbar zu machen. Hartung stellte vor dem Hintergrund seiner Lehrtätigkeit am Lette Verein fest: „Wenn aber Tradition nicht interessiert und nur Gegenwärtiges und für das eigene Alter Entworfenes für wichtig gehalten wird, besteht die Gefahr, die große Vielfalt der Mode zu übersehen.“[1]

 

 

[1] Hartung, Gerd: Lehr(er)jahre heute. Ein halbes Jahrhundert im Modegeschehen, in: Katja Aschke (Hrsg.), Kleider machen viele Leute. Mode machen – aber wie?, Hamburg 1989, S. 81.

 

Das »Farbige Bildarchiv der Trachten und Moden« wird digital

Unsere Kollegin Sarah Meyer ist im Lette Verein zuständig für die Erfassung dieser speziellen Dateien.
Unsere Kollegin Sarah Meyer ist im Lette Verein zuständig für die Erfassung dieser speziellen Dateien.

Die Digitalisierung der Lehr – und Lernmittel im Lette Verein Berlin schreitet voran. Dank der Förderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur, können nun 7068 Bildkarten zur Kostümgeschichte in eine zeitgemäßere Form überführt und im Unterricht genutzt werden. Das so genannte »Farbige Bildarchiv der Trachten und Moden« wurde zwischen 1930 und 1970 von Dr. Fritz Schlesinger angelegt. 1972 wurde es vom Lette Verein wegen seiner Einzigartigkeit erworben.

Damals wurde so mittels eines Epidiaskops – das ist eine Art Mischung aus Overhead- und Diaprojektor –  der Unterricht in Kostümgeschichte im Ausbildungsgang Modedesign illustriert. Nach der Digitalisierung werden im Lette Verein die Dateien in die easyDB – Datenbank abgelegt, wie auch in der Deutschen Digitalen Bibliothek.  So können dies wertvollen Bildmaterialien im nächsten Schuljahr  von Lehrkräften und Schüler*innen direkt im Unterricht genutzt werden. Darüberhinaus sind sie in Zukunft auch allen anderen Nutzern in Deutschland zugänglich.